Von der Muße zur Muse – Einübungen in die Kunst der Ruhe

Von der Muße zur Muse – Einübungen in die Kunst der Ruhe
Vortrag mit LichtbildernDie Losung einer immer schneller werdenden Gesellschaft lautet: Renne so schnell du kannst, um zumindest da bleiben zu können, wo du schon bist. Entschleunigung bedeutet Stillstand und Rückschritt. – Keine Zeit für Muße. Überforderung ist die Folge. Burnout und Depression sind die Krankheiten unserer Zeit. Bereits im 17. Jahrhundert wusste Blaise Pascal: Alles Unglück rühre daher, dass niemand in der Lage sei, auch nur eine begrenzte Zeitdauer unbeschäftigt in einem Zimmer zu verbringen. Was aber macht es uns so schwer, untätig zu sein? Gibt es einen Unterschied zwischen Nichtstun, Langeweile und Muße? Der Vortrag bietet einen kulturgeschichtlichen Einblick in die Kunst der Ruhe und zeigt, warum in unserer Zeit Ruhe oft nur noch als ein Eintrag unter vielen Einträgen in einem prallgefüllten Terminkalender vorkommt.

Veranstalter: Augustinum Bad Neuenahr In Kooperation mit der KVHS Ahrweiler
Eintritt: frei

Ort: Am Schwanenteich 1
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler; Theatersaal

 07.01.2013
19:30 Uhr

Grenzen der Europäischen Union

Nach einer kleinen, nicht repräsentativen Umfrage, haben Jugendliche (bei Erwachsenen wurde dies nicht überprüft) die diesjährige Verleihung des Friedensnobelpreis an die Europäische Union nicht, oder nur am Rande zur Kenntnis genommen. Schade! Die Bedeutung der EU – jenseits aller ökonomischen und finanzpolitischen Querelen – kann schwerlich überschätzt werden. Hier besteht eine dringliche Vermittlungsaufgabe.

Europa hat den Friedensnobelpreis erhalten. Und dies völlig zu Recht. Damit ist auch eine Verpflichtung für die Verantwortung Europas an den eigenen Grenzen gegeben. Diese Verantwortung wird in einem sehr zu empfehlenden Artikel in der Freitag unter der Überschrift „Friedensanspruch und Flüchtlingsrealität“ beschrieben. Dieser Artikel endet mit folgendem Appell: „´Wir werden stets auf der Seite derjenigen stehen, die nach Frieden und Menschenwürde streben` sagte Komissionspräsident Barroso auf seiner Rede bei der Preisverleihung in Oslo. Die Realität an den Außengrenzen der Festung Europa sieht anders aus. Bei ihrer Flüchtlingspolitik  muss die Europäische Union dringend nachbessern, um ihrem Anspruch und Selbstverständis gerecht zu werden.“

Lob des Rigorismus

Hannah Arendt wies angesichts der Erfahrungen aus dem nationalsozialistischen Deutschland darauf hin, dass Moral sich genauso leicht ändern könne wie Tischsitten. In einer neuen Interpretation der berühmt gewordenen Experimente von Milgram und Zimbardo (Stanford-Prison-Experiment) aus den 1960er und 1970er Jahren zeigen, die Psychologen Haslam und Reicher, wie dieser Wechsel vor sich gehen kann: Üblicherweise werden die Ergebnisse so gedeutet, dass Gehorsam und Autorität Menschen dazu anleiten, anderen Menschen Leid zuzufügen. Haslam und Reicher zeigen dagegen, dass gerade der Glaube, etwas Gutes und Sinnvolles zu tun, zu einem Moralwechsel führt (hier geht es zum Artikel). Denn für diese Ziele kann man ausnahmsweise auch mal moralisch problematische Handlungsweisen hinnehmen und ausführen.
Kants Ethik ist häufig der Kritik ausgesetzt, zu rigoros zu sein, keine Ausnahmen zuzulassen. Damit sei sie nicht nur lebensunpraktisch, sondern führe auch hin und wieder zu unmenschlichen Härten. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen deutlich, warum Rigorismus in ethischen Fragen sinnvoll sein kann: Moral und Tischsitten sind eben deutlich zu unterscheiden.

Philosophische Spaziergänge,Museum Insel Hombroich

In diesem Jahr gibt es noch zwei weitere Termine für die „Ortebegehung“
am 24.11.2012  und am 15.12.2012, jeweils um 15:00 Uhr
bevor im nächsten Jahr die
Philosophischen Spaziergänge im Museum Insel Hombroich
auch mit anderen Themen fortgeführt werden.

Pro Person 8,- € zuzüglich Eintritt
Treffpunkt am Kassenhaus des Museums

Wo leben wir wie? Orte über Orte
Gemeinsames Philosophieren über das Verweilen

Natur, leere Räume, Türme, Labyrinthe, Übergänge  und Rückzugsorte. Auf
der Insel Hombroich finden sich verschiedenste Gebäude von Erwin Heerich.
Entlang dieser architektonischen Skulpturen wird eine Typologie
gesellschaftlicher Räume und Orte entwickelt und gemeinsam diskutiert.
Fühlen wir uns heimisch wo wir sind, oder wünschen wir uns weg? Wohnen
wir, oder sind wir auf der Durchreise? Eine Bestandsaufnahme der aktuellen
gesellschaftlichen Situation einmal anders.

———–

Am 15. und 29. September sowie am 6. Oktober 2012, jeweils 15 Uhr
finden philosophische Spaziergänge im Museum Insel Hombroich statt

Seit ihren Anfängen ist die Insel Hombroich der Philosophie zugewandt und
mit ihr etwa über den deutschen Philosophen Walter Biemel verbunden.
Dieser hat die Insel als Ort des „Gesprächs“ charakterisiert: „Wir lernen,
aufeinander zu hören.“ In dieser Traditionslinie sieht sich das Angebot
„Philosophische Spaziergänge“. Verschiedene Themen werden erörtert:

1. Wo leben wir wie? Orte über Orte
Gemeinsames Philosophieren über das Verweilen

Natur, leere Räume, Türme, Labyrinthe, Übergänge  und Rückzugsorte. Auf
der Insel Hombroich finden sich verschiedenste Gebäude von Erwin Heerich.
Entlang dieser architektonischen Skulpturen wird eine Typologie
gesellschaftlicher Räume und Orte entwickelt und gemeinsam diskutiert.
Fühlen wir uns heimisch wo wir sind, oder wünschen wir uns weg? Wohnen
wir, oder sind wir auf der Durchreise? Eine Bestandsaufnahme der aktuellen
gesellschaftlichen Situation einmal anders.

2. Erinnerungsgänge
Gemeinsames Philosophieren über das Bewahren

Die Gedächtniskunst ist alt und war bereits in ihren Anfängen mit
Spaziergängen im Garten verbunden. Thesen und Argumente werden mit
Stationen im Garten verknüpft, so dass diese später mit Hilfe eines
gedanklichen Gartenspaziergangs besser erinnert werden können. Beim
Rundgang über die Insel Hombroich werden an ausgewählten
Markierungspunkten Probleme des individuellen und kulturellen
Gedächtnisses beschrieben und gemeinsam diskutiert: Woran erinnern wir uns
und wie viel Vergessen ist notwendig, um sich erinnern zu können?

Pro Person 8,- € zuzüglich Eintritt
Treffpunkt am Kassenhaus des Museums

Melancholie eine Erfolgsgeschichte?

Die Premiere des neuen Programms „Melancholie – Eine Detektivgeschichte“ in der Pauke Kultur Bistro Bonn am 26.10.2012 ist erfolgreich vor ausverkauftem Haus verlaufen. Vielen Dank hierfür.

Zur Premiere ist dieses ungewöhnliche literarisch-musikalische Programm nun auch als Hörbuch auf CD erschienen: Sie können die CD beziehen bei

Grün & Huth oder direkt beim
Verlag Schreikönig

Wer dies Programm auf der Bühne erleben möchte: Die nächste Gelegenheit ist am Freitag, den 09.11.2012,  20 Uhr im Dottendorfer Ortszentrum,  Dottendorfer Str. 41, 53129 Bonn.

Philosophische Bücherschau Bonn am 7.11.

Am Mittwoch, den 7.11.2012 findet in diesem Jahr zum vierten Mal die Philosophische Bücherschau statt. In neunzig Minuten werden fünf philosophische Werke vorgestellt und besprochen.
Es diskutieren:
Birgit Baumann (Mitglied der Prüfungskommission an Europäischen Schulen)
Markus Melchers (Sinn auf Rädern)
Prof. Dr. Hans-Joachim Pieper (Universität Bonn)
Dr. Thomas Ebers (4 2 3. Institut für angewandte Philosophie und Sozialforschung, Bonn)

Ort: Kultur-Bistro Pauke -Life-
Endenicher Str. 43,
53113 Bonn.
Zeit: 20.00 Uhr – 21.30 Uhr.
Einlass: 19.00 Uhr.
Eintritt: 10 € Vorverkauf zzgl. Gebühren.
14 € Abendkasse
7 € ermäßigt*
Tickets: www.Bonnticket.de (Tel.: 018051812)
oder Pauke

*bei Vorlage von Schüler-, Studenten-, Schwerbehinderten oder Bonn-Ausweis.

Melancholie – Eine Detektivgeschichte

Ein literarisch-musikalischer Abend

mit
Grün & Huth (zur Webseite)
und Thomas Ebers 

Eine ungewöhnliche Liaison. Einen ganzen Abend lang begeben sich Grün & Huth gemeinsam mit dem Philosophen Thomas Ebers auf die Spurensuche nach einem Gefühl: Der Melancholie. Eingebettet in eine kleine Detektivgeschichte, beleuchtet Thomas Ebers literarisch und kulturgeschichtlich die verschiedenen Facetten der Melancholie. Und Grün und Huth singen – wie gewohnt mal heiter, mal ernst, augenzwinkernd. Also: Lieder – dazwischen Texte zur Melancholie. Oder auch andersherum: Texte über und zur Melancholie und dazwischen, thematisch passend, Lieder. Wie herum auch immer: Ein kleines Fanal für das Recht auf Melancholie und gegen die allseits grassierende Glücks- und Vergnügungssucht auf unterhaltsame Weise vorgetragen.

Premiere am 26.10.2012, 20:00 Uhr

in der Pauke Kultur Bistro Bonn

Kartenbestellung: www.pauke-life.de

09.11.2012: Dottendorfer Ortszentrum

Freitag, 09.11.2012,  20 Uhr

Dottendorfer Str.41, 53129 Bonn
www.Kultur-in-Bonn.de

Von Buch zu Leser

Endlich reden die über sich, die es tatsächlich betrifft. Kein Buch hat es leicht, aber einige haben es schwerer. Warum ein aktuell erschienenes Buch dazu auffordert, nicht gekauft zu werden, lesen sie hier.

PS: Warum einige Zeitungen beachtet werden sollten, ist diesem Text deutlich zu entnehmen.

Gespräch in der Ausstellung. Anselm Kiefers Werk hinterfragt

Dienstag 11.9.2012, 19:00 h
Gespräch in der Ausstellung. Anselm
Kiefers Werk hinterfragt
Die Kuratorin der Ausstellung und Kunsthistorikerin Susanne Kleine hat den Religionswissenschaftler Robert Kötter und den Philosophen Thomas Ebers zu Gast.
Gemeinsam werden sie über Kiefers Werke vor dem Hintergrund biografischer, historischer, religiöser und mythologischer Aspekte diskutieren.

Ort: Bundeskunst- und Ausstellungshalle Bonn
Eintritt: 12 € / ermäßigt 8 € (im Vorverkauf inkl.
aller Gebühren), inkl. Eintritt in die Ausstellung
Karten im Vorverkauf

Schlaflos

Die erste Philosophie-Sendung mit Richard David Precht hat 950.000 Menschen vor den Fernsehern erreicht. Sloterdijks letzte Sendung 330.000. Ob sich dieser Einschaltvorsprung halten kann, müssen die nächsten Sendungen zeigen (nächster Termin 7. Oktober).  Interessant ist vor allem: Der Marktanteil der ersten Sendung lag bei stolzen 8,7 Prozent. Das bedeutet,  umgerechnet, dass zu dieser späten Stunde rund 11 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher gesessen haben, also etwa 13% aller Bundesbürger.