Arbeit am kulturellen Gedächtnis

Gestern, am 19.06.2012, wurde in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland die Austelleung Am Anfang Anselm Kiefer. Werke aus dem Privatbesitz Hans Grothe eröffnet. Wer die Gelegenheit hat, sich diese Arbeiten eines der weltweit bedeutensten deutschen Künstlers aus den letzten Jahrzehnten anzusehen, sollte diese auch unbedingt ergreifen. Die größtenteils momumentalen Arbeiten sind mindestens beeindruckend und teils überwältigend. In der Kunst- und Ausstellungshalle finden sie darüber hinaus einen angemessenen und ihre Wirkung steigernden Raum.

Kiefers Kunst lässt Raum für vielfältige gerade auch philosophische Assoziationen. Dies habe ich versucht in meinem Beitrag Bleiernes Ich. Anselm Kiefers Arbeit am kulturellen Gedächtnis, erschienen in dem die Ausstellung begleitenden Buch Anselm Kiefer. Am Anfang, Wienand Verlag Köln 2012, S. 120-129, zu zeigen.

Die Ausstellung läuft bis zum 16. September 2012.

Ohrenkuss und die Wunderscheibe

Ohrenkuss eine Zeitung gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, entsteht in der downtown-werkstatt für Kultur und Wissenschaft in Bonn.

Zur Zeit ist Ohrenkuss Teil einer Ausstellung im Kurfürstlichen Gärtnerhaus in Bonn (1. Juni bis zum 21. Juni). Es ist eine Ausstellung mit Fotografien von Britt Schilling und Skulpturen von Burkhard Mohr.

In dieser Zeit hält die Ohrenkuss-Redaktion ihre Redaktionssitzungen in den Ausstellungsräumen ab. Und zu einer dieser Sitzungen wurde ein Philosoph eingeladen, um über das Thema Zeit nachzudenken. Vielen Dank, für die sehr freundliche Aufnahme und das interessante Gespräch. Einblicke finden sich hier:
Ohrenkuss und die Wunderscheibe

Zur Banalität des Bösen

Arendts Formel von der „Banalität des Bösen“ war von Beginn an umstritten. Neuere Forschungsergebnisse, die sich auf das Arendt nicht vorliegende „Sassen-Interview“ stützen, zeigen, dass Antisemitismus ein die Handlungen Eichmanns bestimmender Faktor gewesen ist. Er war „Glaubenstäter“ und überzeugter Nationalsozialist nicht pflichtbewusster Funktionsträger. Das Interview mit Gabriel Bach, dem letzten noch lebenden Ankläger im Eichmann-Prozess stützt diesen kritischen Blick auf die Formel von der Banalität des Bösen.

Kleine Grundübung in Logik

Anlässlich der kostenlosen Koranverteilung (geplant 25 Millionen Exemplare) der Salafisten (Salafismus bezeichnet eine ultrakonservative Strömung des sunnitischen Islams, die sich ihrem Selbstverständnis nach an der Zeit der „Altvorderen“ orientiert) wird aktuell häufig eine Warnung des Verfassungsschutzpräsidenten Heinz Fromm zitiert: «Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist. Aber fast alle Terroristen, die wir kennen, hatten Kontakt zu Salafisten oder sind Salafisten.»

Diese Aussage ist zugleich ein kleiner Grundkurs in Logik, denn explizit wird eine logisch fehlerhafte Verallgemeinerung vermieden (und so auch herausgestellt), auf der jedes Vorurteil basiert: Weiterlesen

Ende des „Philosophischen Quartetts“

Nach nunmehr 10 Jahren ist Schluss. Die letzte Ausgabe des „Philosophischen Quartetts“ findet am 13. Mai statt. Das Thema passt: „Die Kunst des Aufhörens“. Die beiden medial gut vertretenen Philosophen Rüdiger Safranski und Peter Sloterdijk werden von dem medial bestens aufgestellten Fernsehphilosophen Richard David Precht (dessen letztes Buch „Warum gibt es alles und nicht nichts? Ein Ausflug in die Philosophie“ übrigens lesenswert ist) abgelöst. Konzept und Titel der Sendung, die Ende des Jahres an den Start gehen soll, stehen noch nicht fest.