Wer ist der Schönste im ganzen Land?

Offenbar ist nichts vor irgendetwas noch sicher. Sokrates und Platon, beide im Urteil ihrer Zeitgenossen keine Schönheiten, sind nun die Ahnherren einer Disziplin, für die die Schönsten gekürt werden.

Die seriöse FAZ ist Veranstalter dieses Schönheitswettbewerbs: Wer ist der schönste Philosoph? Richard Dawkins, Raphael Enthoven (der übrigens einer sehenswerten Philosophiesendung auf Arte vorsteht), Richard David Precht, Philipp Hübl, Bernhard-Henri Levy oder doch Peter Sloterdijk?

Wer mit abstimmen möchte: Hier der Link.

Neu erschienen: Denkzettel. Das Magazin Heft 1/2012

Denkzettel. Das Magazin 1/2012Denkzettel. Das Magazin
für Philosophie und Kulturgeschichte

Heft 1/2012
Aus dem Inhalt: Warum “Wozu Philosophie?“ fragen? / Philosophie & die Zukunft. Pragmatik als Überredungskunst / Nieder mit Silberbüchse und Bärentöter! Karl May und der Pazifismus / Säkularisierung. Ein Zwischenbericht / Rezensionen / Meldungen
Erscheinungsweise: 4 x im Jahr als elektronisches DokumentPDF-Dokument, EPUB, MOBI (auch bei Amazon als E-Book für den Kindle zu beziehen)

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Verlag: Schreikönig. Philosophischer Fachverlag (www.schreikoenig.de)
Einzelpreis: 10 Euro
Abonnementpreis*: 15 Euro je Halbjahr (zwei Exemplare). Das Abo ist jeweils nach zwei Heften (also halbjährlich) kündbar.
Ausgedruckte Exemplare: Für die Bereitstellung einer ausgedruckten Ausgabe werden zusätzlich 2,50 Euro (inkl. Versandkosten) pro Heft erhoben.

Mal schauen

Am 2. September wird die Debütsendung von Richard David Precht im ZDF ausgestrahlt. Mal schauen was sich in der medialen Philosophievermittlung im Vergleich zur früheren Philosophiesendung Philosophisches Quartett so ändert. Eines ist in jedem Fall schon einmal gleich geblieben: die späte Sendezeit kurz vor Mitternacht (23:25 – 00:10). Fraglich ob zu solch nachtschlafender Stunde die Einschaltquote zufriedenstellened sein wird, zumal laut Sloterdijk, der Vorgänger Prechts als ZDF-„Medienphilosoph“, dieser wohl eine Zielgruppe anspricht, die – nach einem Glas Rotwein früher – zu Bett geht: Prechts Klientel gleiche, so Sloterdijk, eher „der von André Rieu, den hören auch vor allem Damen über fünfzig in spätidealistischer Stimmung.“

Aber immerhin gibt es einen Hinweis auf Zuspruch. Die Sendung heißt eben nicht „Zu später philosophischer Stunde“ oder „Sokrates auf dem blauen Sofa“ oder … Sie heißt schlicht „Precht“.

Thema der ersten Sendung: „Skandal Schule – Macht lernen dumm?“

Café Philosophique Koblenz am 5.8.2012

Moderation: Thomas Ebers

Thema:
Alles viel zu schnell?
Glaubt man den Motivationstrainern so muss man heute mindestens “150%”
geben um voranzukommen. Burnout und Depression folgen dieser
systematischen Überforderung als “Modekrankheiten”. Der Einzelne ist von
der gesellschaftlichen Dynamik überfordert. Müdigkeit und Erschöpfung
machen sich breit. In diesem Café wird darüber diskutiert, wie es zu
dieser Beschleunigung gekommen ist und welche Auswege aus diesem Wettrennen ohne Ziellinie denkbar sind? – Überlegungen zu einer Philosophie der
Entschleunigung.

Termin: 5.8.2012, 17:00 – 19:00 Uhr

Ort: Diehl’s Hotel
Rheinsteigufer 1
56077 Koblenz

Die Religion hat in Habermas einen sie gegen die Theologie verteidigenden Kritiker

Hier geht es zu einem Artikel der FAZ vom 20.07.2012,
in dem über eine Diskussion zwischen Jürgen Habermas und dem Theologen Friedrich Wilhelm Graf berichtet wird. Hier ein kurzer Auszug des sehr lesenswerten Artikels:

„Habermas, wie gesagt, redet in München kaltblütig. Und doch voller Behutsamkeit. Wie ein guter Chirurg, der nicht mehr weh tun möchte als nötig. Nein, sagte er zunächst noch ohne Chirurgenkittel an Heinrich Meier, den Stiftungs-Philosophen, gewandt – nein, es sei nicht so, wie Meier denke, dass er, Habermas, sich mit der Religion aus purem soziologischem Interesse befasse. Er prüfe sie vielmehr als Ressource für die Philosophie, für eine Philosophie, die nicht naturalistisch-szientistisch verengt sich selbst widerlege, sondern ihre semantischen Potentiale ausschöpfen möchte. (…) Es war diese meisterhaft durchgehaltene Performanz, in der Rolle des religiös Unmusikalischen die Sache der Theologie stark zu machen, die dem Abend in der Siemens-Stiftung seinen Zauber verlieh.“

Philosophisches Café Nordhorn

Am 13.07. fand das erste Philosophische Café in Nordhorn statt. Der Zuspruch war groß (knapp 40 Teilnehmer) und die Diskussion sehr angeregt. Vielen Dank dafür. Dem Kloster Frenswegen ist gemeinsam mit der VHS Nordhorn eine perfekt organisierte, atmosphärisch stimmige und inhaltlich interessante Veranstaltung gelungen.

Das nächste Philosophische Café findet im Kloster Frenswegen am Freitag, dem 12. Oktober 2012 um 19:30 Uhr statt. Thema wird dann Verantwortung sein:

Angesichts der Unglücksfälle im japanischen Kernkraftwerk Fukushima werden aktuell Fragen nach Verantwortung und Risikobewertung neu gestellt. Jenseits aller tagespolitischen Aufgeregtheiten soll dem Begriff “Verantwortung” gemeinsam nachgespürt und ethische Grundfragen moderner Gesellschaften diskutiert werden.

Arbeit am kulturellen Gedächtnis

Gestern, am 19.06.2012, wurde in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland die Austelleung Am Anfang Anselm Kiefer. Werke aus dem Privatbesitz Hans Grothe eröffnet. Wer die Gelegenheit hat, sich diese Arbeiten eines der weltweit bedeutensten deutschen Künstlers aus den letzten Jahrzehnten anzusehen, sollte diese auch unbedingt ergreifen. Die größtenteils momumentalen Arbeiten sind mindestens beeindruckend und teils überwältigend. In der Kunst- und Ausstellungshalle finden sie darüber hinaus einen angemessenen und ihre Wirkung steigernden Raum.

Kiefers Kunst lässt Raum für vielfältige gerade auch philosophische Assoziationen. Dies habe ich versucht in meinem Beitrag Bleiernes Ich. Anselm Kiefers Arbeit am kulturellen Gedächtnis, erschienen in dem die Ausstellung begleitenden Buch Anselm Kiefer. Am Anfang, Wienand Verlag Köln 2012, S. 120-129, zu zeigen.

Die Ausstellung läuft bis zum 16. September 2012.

Ohrenkuss und die Wunderscheibe

Ohrenkuss eine Zeitung gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, entsteht in der downtown-werkstatt für Kultur und Wissenschaft in Bonn.

Zur Zeit ist Ohrenkuss Teil einer Ausstellung im Kurfürstlichen Gärtnerhaus in Bonn (1. Juni bis zum 21. Juni). Es ist eine Ausstellung mit Fotografien von Britt Schilling und Skulpturen von Burkhard Mohr.

In dieser Zeit hält die Ohrenkuss-Redaktion ihre Redaktionssitzungen in den Ausstellungsräumen ab. Und zu einer dieser Sitzungen wurde ein Philosoph eingeladen, um über das Thema Zeit nachzudenken. Vielen Dank, für die sehr freundliche Aufnahme und das interessante Gespräch. Einblicke finden sich hier:
Ohrenkuss und die Wunderscheibe